Lehn dich zurück, nimm dir einen Kaffee oder Tee, und wir steigen gemeinsam auf: hoch genug, um mit einem echten Adlerblick (den ich dankenswerterweise am Ende des Jahres in Goslar einmal sehen durfte) auf dieses Jahr zu schauen. Von oben wirkt vieles klarer — auch die Enttäuschungen, mit denen wir traditionell meinen Jahresrückblick beginnen. Ich weiß, das klingt ein bisschen wie der Start eines mittelmäßigen Dates: „Lass uns erst mal über das Negative reden, dann wird’s schon.“ Aber so ist mein Jahresrückblick nun mal gestrickt. Erst der steinige Anflug, dann haben wir das schnell hinter uns. Dann kommt die Thermik, die uns in immer höhere Regionen bringt, auch wenn es anstrengend ist. Und in diesen genießen wir dann das, was das Jahr ausmachte. Nämlich die positiven Dinge. Genießen wir somit die folgenden Zeilen gemeinsam. Ich, der sie schreibt, und Du, der sie hoffentlich liest.
Aus dem Schatten der Erwartungen
Bitter war der Schatten, den die Erfüllung meiner Erwartungen hinterlässt. Auf der weltpolitischen Bühne geht der Krieg in der Ukraine weiter, während Herr Trump sich als Friedensvermittler versucht. Lobenswert allemal. Aber Europa reagiert empört und schreit „Kein Frieden ohne Europa!“. Das, obwohl die bisherigen 19 Sanktionen kaum Wirkung zeigen. Man möge mit Grönemeier fragen „Was soll das?“. Denn während sich der Westen und insbesondere Deutschland mit steigenden Rüstungsausgaben präsentiert, stellen wir uns gleichzeitig als moralische Instanz in Sachen Demokratie dar. Demokratie-Hausaufgaben wären wohl sinnvoller. Denn da habe ich manchmal meine Zweifel, ob wir Demokratie richtig verstehen, wenn wir Brandmauern zu linken und rechten Parteien aufbauen – egal wie man zu den Parteien steht. Miteinander reden wäre sinnvoll. Und damit sind wir ja auch schon auf der deutschen Ebene. Doch bevor wir dahin kommen, gehen wir den Zwischenschritt von der Weltbühne auf die europäische.
In Europa zeigte sich im letzten Jahr erneut, wie ungleich Verhandlungsmacht oder – Kompetenz verteilt ist: Die USA setzten ihre Interessen durch, was die Aufgabe des Präsidenten allemal ist, während unsere Kommissionspräsidentin ihren „Erfolg“ feierte. Um es kurz zu machen: ein Erfolg war es nicht, sondern eher ein Versagen. Am Ende hatten die USA alles erreicht — und Europa bzw. die überforderte Kommissionspräsidentin applaudierte ratlos. Zum Leidwesen der europäischen Wirtschaft und auch von deutschen Wirtschaftsunternehmen und somit auch Arbeitnehmern. Und da sind wir wieder in Deutschland angekommen, verlassen wir die mich zunehmend belastende europäische Ebene und schauen in den Spiegel unseres eigenen Landes.
In der Bundespolitik genehmigt die neue Regierung Schulden in historischem Ausmaß. Wird aber kein Problem sein, wir nennen das ja Sondervermögen und das ist ja positiv besetzt, genau wie die Milliarden neuen Schulden, die für die Ukraine ausgegeben werden. Aber lassen wir das. Beim Rententhema gab es nur einen Minimalkompromiss, der kaum der Rede wert ist. Und während das 48‑Prozent‑Rentenniveau als Erfolg verkauft wird, fragt man sich, ob irgendjemand die OECD‑Studie gelesen hat: https://www.oecd.org/en/publications/pensions-at-a-glance-2025_e40274c1-en.html

Ich fühle mich da irgendwie verarscht, wenn ich Rentenniveau anderer Länder sehe. Und wenn eine Politikerin in 2026 schon einmal über den Tellerrand in Länder schaut, die rententechnisch besser aufgestellt sind, kommen konservativ ergraute Politprofis daher und lehnen das scheinheilig ab. Widerlich.
In der Lokalpolitik wird es nicht besser. Das Chaos um das „Kaiserpfalzquartier“ spare ich mir. Aber dass man 2025 noch von steigenden Steuereinnahmen ausging und nun plötzlich neue Schulden braucht, ist bemerkenswert. Die GZ berichtet darüber: https://www.goslarsche.de/lokales/haushalt-goslar-2026-schulden-investitionen-kreisumlage-708621.html. Während Industrieproduktion und Wirtschaft schwächeln und Insolvenzen steigen, beschließt die Lokalpolitik den Umbau der Wege an der Kaiserpfalz — warum auch immer. An zu viel Geld, das unter die Wirtschaft gebracht werden muss, kann es nicht liegen, denn siehe den Artikel oben zu neuen Schulen. Hier der Link zum Kopfschütteln: https://www.goslarsche.de/lokales/kaiserpfalz-goslar-umbau-wege-641872.html . Ich verstehe es nicht mehr.
Am vorletzten Tag des Jahres las ich noch die Schlagzeile, die mich schmunzeln ließ. „Wir werden wieder mehr arbeiten müssen“. Das mag richtig sein, ist jedoch angesichts dessen, was ich persönlich über mich zum Thema Belastungen weiter unten schreibe, schwer umzusetzen. Doch erstmal der Reihe nach. Ggf. werden wir erstmal alle arbeitsfähigen Menschen in Arbeit bringen müssen, bevor der Rest mehr arbeitet – auch für die, die es wirklich nicht mehr können. Aber manchmal stelle ich mir die Frage, wieso Personen, die Arbeit wirklich annehmen könnten, dieses dann nicht haben. Eine Arbeitslosenquote von knapp 6,5% erscheint mir dann doch zu hoch.

Liegt es an mangelnder Bildung? Oder an mangelndem Interesse. Oder ggf. daran, dass wir erst einmal wieder wettbewerbsfähig werden müssen. Wir können mehr arbeiten, doch die Arbeit muss auch abgenommen werden. Und da habe ich wirklich Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit unserer überregulierten und -abgesicherten Gesellschaft.
Wenn die mangelnde Arbeitsaufnahme jedoch an mangelnder Bildung liegt, dann schauen wir uns mal die Bildungsstudie der OECD an. Sie mag durch das zuständige Bundesministerium positiv gesehen werden. Jedoch gibt ein Blick in die Studie durchaus Anlass zur Sorge. Insbesondere die steigende Anzahl der fehlenden Bildungsabschlüsse von 25-34jährigen ist genauso mit Sorge zu betrachten wie die Tatsache, dass sich in Deutschland junge Erwachsene mit und ohne höheren Bildungsabschluss besonders stark in ihren grundlegenden Fähigkeiten unterscheiden. Der Abstand ist deutlich größer als in den meisten anderen Ländern (Beim Lesen sind Hochschulabsolventen in Deutschland im Durchschnitt 100 Punkte besser als Menschen ohne höheren Schulabschluss, bei alltagsmathematischen Kompetenzen ist der Abstand sogar 108 Punkte. Im OECD ‑ Durchschnitt beträgt der Unterschied nur 73 Punkte, bzw. 78 Punkte. Das heisst doch für die Zukunft Erschreckendes. Und dieses Versagen des Bildungssystems ließe sich mit subjektiven Eindrücken, die mir in unserem Haushalt fast täglich geteilt werden noch ganz fokussiert bestätigen.
Dankbar für Gewesenes
So, genug der politischen Tragikomödie. Lass uns endlich dahin gehen, wo das Herz schlägt, wo das Leben warm wird, wo die Dinge passieren, die uns wirklich tragen. Denn 2025 hatte — trotz allem — Momente, die so hell waren, dass sie selbst die düstersten Nachrichtenmeldungen überstrahlt haben.
Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Gesundheit. Ich weiß, das klingt banal. Aber je älter man wird, desto mehr wird Gesundheit zu einer Art unsichtbarem Gold. Du merkst erst, wie wertvoll es ist, wenn irgendwo ein Kratzer im System auftaucht. Und 2025 war eines dieser Jahre, in denen ich immer wieder dachte: „Gut, dass wir noch stehen. Gut, dass wir noch lachen. Gut, dass wir noch können.“ Es gab kleine Zipperlein, klar. Aber alles nicht der Rede wert. Und das ist nicht selbstverständlich. Es ist ein Geschenk. Ein Geschenk, das man nicht auspackt, sondern jeden Tag still mit sich herumträgt. Und dabei meistens noch nicht einmal realisiert, dass man das Geschenk hat, sondern erst dann, wenn es nicht mehr vorhanden ist.
Und wenn ich schon bei Gesundheit bin: Ein großer Teil davon hat mit Claudia zu tun. Mit der Frau, mit der ich gelacht habe, diskutiert habe, um dann wieder gemeinsam zu lachen. Mit der ich geradelt bin, gewandert bin, und die mich in allen Momenten getragen hat. Und das ist wohl der größte Wertbeitrag zur Gesundheit, den man sich vorstellen kann.
Und dann kam mein erstes Jahr ohne Social Media. Ich sag’s dir: Das war ein digitaler Entzug — nur ohne kalten Schweiß. Ich lebe noch. Ich habe noch Freunde. Ich habe sogar mehr Zeit. Und ich habe weniger Ärger. Kein doomscrolling, kein „Warum postet der das?“, kein „Wie kann man nur so…?“ Ich habe wieder gelernt, dass echte Gespräche nicht durch Likes ersetzt werden können. Und dass man nicht alles kommentieren muss, was einem durch den Algorithmus vor die Füße geworfen wird. Falls du dich erinnerst, warum ich ausgestiegen bin: https://www.nivo.de/jenseitsdesbildschirms/. Im Übrigen habe ich wohl auch einen Freund angesteckt mit meinem Entzug. Auch er sagte zumindest einer Social Media Plattform adieu. Wenn das mal kein Erfolg ist.
Und dann kam der Moment, der 2025 für mich zu einem besonderen Jahr gemacht hat: Oskar gründet ein Unternehmen. Kohls-Energie. Start: 1.1.2026.

Ich sag’s dir: Wenn du sehen willst, wie Stolz aussieht, dann schau in die Gesichter unserer Familie. Da ist dieser junge Mann, der mit einer Mischung aus Mut, Tatkraft und Unerschrockenheit sagt: „Ich mach das jetzt.“ Und er macht es. Trotz Bürokratie, trotz Formularen, trotz Regeln, die so kompliziert sind, dass man sie eigentlich nur mit einem eigenen Anwalt versteht. Und er bekommt Unterstützung — von der Wirtschaftsregion Goslar, von seiner Steuerberaterin, von Bank- und Versicherungsberatern. Und wir? Wir stehen daneben, staunen, helfen, beraten, und sind einfach nur stolz. So richtig stolz. So „Herz platzt fast“-stolz. Denn Meister-Oskar ist schon was Besonderes. Ich freue mich, dass ich mit Gedankenanreizen helfen konnte, und dass dann doch die ein oder andere Frage kam, bei der ich mit meiner Meinung zum hoffentlichen Erfolg beitragen konnte. Und wenn man der örtlichen Presse und dem Kabarettisten Kalkhofe Glauben schenken mag, dann war das gut so, denn in Zukunft werden wir einen Helden in der Familie haben.

„Und während Oskar seinen Weg geht, merke ich, wie sehr unsere Familie zusammenhält. Wie selbstverständlich wir füreinander da sind. Wie jeder den anderen auffängt, wenn es nötig ist. Wie wir uns gegenseitig stärken, ohne große Worte, aber mit großer Wirkung.“
Und das zeigte sich auch während der gesamten Umbauphase bei Felix. Was er in seinem neuen Domizil, das vor einem Jahr noch einer Bruchbude glich, geleistet hat, war grandios. Und auch hier war die Familie immer da, wenn man sie brauchte. Einfach warm im Haus und ums Herz.

Und wo wir bei der Familie sind, da fällt mir auch noch Seattle ein. Es ist nicht die Stadt selber, die familiäre Gedanken hervorruft. Nein, es ist die Umgebung, genauer gesagt, Bainbridge Island. Das fühlt sich an wie ein zweites Zuhause. Werner, Gail, Lisa, Brad — Freunde, die uns empfangen, als wären wir Familie. Diese Nähe, diese Wärme, diese Selbstverständlichkeit… das ist etwas, das man nicht planen kann. Das ist etwas, das wuchs und wächst. Und ja, Claudias Fuß und mein Rücken haben uns auf der Reise den Mt. Saint Helens vermasselt. Aber weißt du was? Manchmal ist der Gipfel gar nicht das Ziel. Manchmal ist es eher die Zeit, die man miteinander verbringt. Die Gespräche. Die Momente. Die Erinnerungen. Und die hatten wir zuhauf.
Hier kannst du die gesamte Reise nachlesen: https://www.nivo.de/2025/07/12/schlaflos-in-seattle/. Es lohnt sich. Und wer nicht lesen will, findet hier noch einige fotografischen Erinnerungen an die Reise. Von Verbeugungen an den Arbeitgeber über wunderbare Natur, bis hin zu familiärer Nähe. Grandios war es. Nicht nur, weil wir kein Problem mit der Auswahl der Toiletten hatten






Und dann war da in 2025 noch die Musik. Mein Saxophon. Mein Lehrer Jan, der an meinen manchmal etwas schiefen Tönen, bzw. zu starken oder schwachen Synkopen trotzdem nicht verzweifelt ist. Der Workshop bei Dirko Juchem an der Mosel — ein Erlebnis, das mich musikalisch und menschlich weitergebracht hat. Und die Auftritte mit Ulli&Friends: Lions-Förderpreisvergabe. Freisprechung der Handwerkskammer. Lesung über Berlin zu Mauerzeiten. Und dann die Konzerte, die wir besucht haben: Michael Jackson Musical, Palast Orchester mit Max Raabe (und einem wunderbaren Saxophon) Joja Wendt der Tastengott am Flügel, Entertainer und Swing-Spezialist Tom Gaebel, Kaiserpfalzkonzert, bei dem Klassik Rock trifft und die Goslarer Weihnachtsmusik.
Musik ist ein Anker. Ein Atemzug. Ein Stück Freiheit. Und 2025 war voll davon.







Und dann sind da die Freunde. Die, die einem nicht nur eine Brause hinstellen, sondern auch mal einen Spiegel. Die, die ehrlich sind, wenn Ehrlichkeit nötig ist — und leise, wenn man Ruhe braucht. Und manchmal durfte ich auch für sie da sein. Nicht als Held, sondern einfach als Mensch.“ Und da gab es wunderbare Gespräche und auch mal die ein oder andere Wanderung bzw. Radtouren, von denen die folgenden Bilder stammen.






Anstrengungen
Natürlich hatte 2025 auch seine Schattenseiten. Und die waren nicht klein. Die Arbeit hat mich gefressen — und zwar mit Haut und Haaren. Cybersicherheit ist ein Feld, das nicht schläft. Und manchmal habe ich das Gefühl, ich schlafe auch nicht mehr. Meetings, Projekte, Deadlines, neue Bedrohungen, neue Anforderungen… Es war, als würde man versuchen, einen Wasserfall mit einem Teelöffel aufzuhalten. Und irgendwann merkst du: Das Wochenende reicht nicht mehr. Nicht zum Durchatmen. Nicht zum Auftanken. Nicht zum Wieder-Ich-Werden. Es fehlte Zeit für mich. Und so passte auch das folgende Schild, dass ich auf einer meiner Radtouren im Harz fand.

Ja, da war es, das Mountainbiking. Mein geliebtes Mountainbiking. 1340 Kilometer statt 3000. Das ist nicht nur ein Rückgang — das ist ein Absturz. Ein Einbruch. Ein „Was ist denn da passiert?“. Und ja, ich habe keine Alpenüberquerung geführt. Aber selbst ohne die 400 Kilometer wäre ich normalerweise deutlich höher gelandet. 2025 war ein Jahr, in dem mein Körper mir gesagt hat: „Mach mal langsam.“ Und ich habe es gehört. Nicht gern. Aber ich habe es gehört. Und trotzdem hat jede der wenigen Mountainbike-Touren Spuren hinterlassen.
Und es gab auch weitere Lichtblicke. Die arbeitsmedizinische Untersuchung für die Feuerwehr — bestanden. Mit Bravour. Das Belastungs-EKG, ein kleiner Triumph. Und die Touren in Südtirol waren trotz Regen, Anstrengung und alleine sein Balsam für die Seele. Hier kannst du’s nachlesen: https://www.nivo.de/2025/09/05/regen-wohnwagen-und-norbert/. Und solltest Du keine Lust darauf haben, folgen hier noch einige Fotos von der Tour.



Und weißt du was? Diese Anstrengungen haben mir gezeigt, dass ich etwas ändern muss. Dass ich meine Zeit anders nutzen muss. Dass ich Ideen brauche für die Zeit nach meinem jetzigen Arbeitgeber. Und ich habe Ideen. Vielfältige. Und dass diese Ideen gut sind, weiss ich. Richtig gut. Und dass ich sie weiterverfolgen werde, ebenso.
Und zwischen all der Arbeit, all dem Druck, all den Terminen gab es diese Momente, in denen Claudia und ich, oder auch ich mit meinen Freunden wie die Franks oder Fanziska und ich einfach raus sind. Rauf aufs Rad. Rein in die Wanderschuhe. Und auf geht’s in die Natur. Weg vom Bildschirm. Die visuellen Genüsse, die Gerüche, die Gespräche, dieses gemeinsame Schweigen, die Eindrücke (und wenn es nur die der Kröten waren, die wir gesehen haben), dieses Lachen… All das war wie ein Reset-Knopf für die Seele.“ Und hier sind schöne Fotos aus diesen Zeiten.










Neues Jahr, neue Möglichkeiten
Und damit kommen wir zu den Wünschen. Dem Teil, der Hoffnung macht. Dem Teil, der zeigt, warum wir das alles überhaupt aufschreiben.
Natürlich wünsche ich mir Gesundheit. Für mich. Für meine Familie und Freunde. Denn ohne Gesundheit ist alles andere nur Dekoration. Ein schönes Haus bringt dir nichts, wenn du nicht die Treppe hochkommst. Ein voller Terminkalender bringt dir nichts, wenn du keine Kraft hast. Gesundheit ist die Grundlage. Der Boden, auf dem alles steht.
Ich wünsche mir, dass Oskar mit Kohls-Energie Erfolg hat. Nicht nur, weil er es verdient. Sondern weil junge Menschen, die Verantwortung übernehmen, Mut zeigen und etwas aufbauen, genau das sind, was dieses Land braucht. Menschen, die nicht jammern, sondern machen. Die nicht warten, sondern handeln. Die nicht fragen, ob es schwer wird — sondern ob es sich lohnt. Und vor allen Dingen, die sich nicht nur beschweren, sondern einfach ihren Beitrag leisten.
Ich wünsche mir Zuversicht. Schöne Momente. Musik, die inspiriert. Horizonterweiterungen, die gut tun. Und ich wünsche mir Politiker — lokal wie global — die den Souverän ernst nehmen. Nicht nur die Lobbyisten. Nicht nur die eigenen Netzwerke. Sondern die Menschen, die sie vertreten sollen. Warum das wichtig ist? Weil Demokratie nur funktioniert, wenn man die Menschen hört. Weil Politik Vertrauen braucht. Weil Bodenhaftung kein Luxus ist, sondern Pflicht. Weil wir sonst irgendwann nur noch zuschauen, wie Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg getroffen werden.
Und wenn das alles nicht klappt? Dann bleibt ein ganz wichtiger Wunsch stehen: Endlich mehr Frieden in dieser Welt.
Was hängenbleibt
Wenn ich also auf das oben Geschriebene aus dem Jahr 2025 zurückblicke, wird mir klar: Die Enttäuschungen waren kein Ende, sondern ein Anfang. Ein Anfang von Erkenntnissen, die man nicht im Lehrbuch findet, sondern mitten im Leben. Manchmal muss ich Dinge ertragen, weil ich sie nicht ändern kann. Manchmal muss ich Dinge ändern, weil ich sie nicht länger ertragen will. Und manchmal — das ist die schwierigste Lektion — muss ich erst herausfinden, was gerade dran ist. So war das Jahr mal wieder ein Lehrstürkc für mein Leitmotiv im Leben an: Das Gelassenheitsgebet.
2025 hat politisch mir so einiges abverlangt. Aber vielleicht liegt genau darin die Chance: Nicht alles persönlich nehmen — aber genug, um etwas zu verändern. Zu erkennen, wo ich Zuschauer bin und wo ich längst mitspielen sollte. Denn Macht beginnt nicht im Parlament, sondern im Kopf. Und manchmal auch im Herzen.
Dann schaue ich auf das, was trägt: Gesundheit, Familie, Freundschaft, Musik, Reisen, Begegnungen, kleine Wunder im Alltag. Sie erinnern mich daran, warum ich mich anstrenge. Warum ich mich nicht von Schlagzeilen definieren lasse. Die Anstrengungen waren da. Groß. Manchmal zu groß. Aber sie haben mich geformt. Mir gezeigt, wo meine Grenzen liegen – und wo ich sie verschieben kann. Vielleicht sind die Grenzerinnerungen des Harzes, die ich 2025 erkundet habe, ein Sinnbild dafür.



Sie haben mich gelehrt, dass Erschöpfung kein Zeichen von Schwäche ist, sondern von Einsatz. Für andere. Für mich. Für das, was zählt.
Vielleicht ist das der Sinn eines jeden Rückblicks: Nicht nur zu erzählen, was war — sondern zu verstehen, was es mit mir gemacht hat. Und was ich daraus machen will. Denn das Leben ist wie Musik: schräge Töne, klare Melodien, Pausen, Höhepunkte, Zwischenspiele. Mal improvisiere ich, mal verliere ich den Takt — und finde ihn wieder.
Wenn ich all das zusammennehme — Enttäuschungen, Lichtblicke, Anstrengungen, Wünsche — entsteht etwas Größeres: Ein Jahr, das mich geformt hat. Mich vorbereitet hat. Mir gezeigt hat, dass ich bereit bin. Denn 2025 hat bewiesen: Ich kann mehr, als ich denke. Ich halte mehr aus, als ich glaube. Und ich wachse genau dort, wo ich es am wenigsten erwarte.
Also: 2026 will nicht nur begrüßt werden — es will gestaltet werden. Mit Mut. Mit Humor. Mit Herz. Mit der Gelassenheit, das Unveränderbare zu ertragen. Mit der Kraft, das Veränderbare anzupacken. Und mit der Weisheit, den Unterschied zu erkennen — oder es wenigstens zu versuchen.
Auf 2026. Auf uns. Ich freue mich drauf.

Denn am Ende sind es nicht die Nachrichten, die mich tragen. Es sind die Menschen. Die Familie, die einfach da ist. Die Freunde, die mich spiegeln, stärken, herausfordern. Und die Partnerin an meiner Seite, mit der ich lachen, weinen, schweigen und wachsen kann.
